Fotos: Misha Willett (1,2,4), Peter Ertle (3)

Künstlerische Residencies

Choreographer-in-residence Programm

In diesem Programm wird internationalen freischaffenden Choreographen die Gelegenheit geboten, für ein Jahr am InzTanz zu arbeiten: Sie erarbeiten in diesem Jahr eine Produktion, die am Ende des Jahres aufgeführt wird. Die Choreographen bewerben sich mit ihrem Lebenslauf und einem Stückkonzept. Nach der Auswahl werden die Stückdetails gemeinsam besprochen und Zeitrahmen, Umfang und Vorgehen festgelegt.

Der/die ausgewählte ChoreographIn bekommt Tänzer, Proberäume und Verwaltungs-/ Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Organisation der Ausstellung, Pressearbeit, Fundraising zur Deckung der Produktionskosten) zur Verfügung gestellt. Der/die ChoreographIn arbeitet in der Entwicklungsphase vornehmlich mit den Auszubildenden am InzTanz, was auch ein Modul der professionellen Ausbildung darstellt. Weitere Tänzer und Darsteller werden je nach Bedarf hinzugeholt. Arbeitssprache ist Deutsch oder Englisch.

Die Bewerbung ist jederzeit möglich. Das Programm läuft jedes Jahr von September bis Juli.

Artist-in-residence Programm

In diesem Programm wird internationalen freischaffenden KünstlerInnen die Gelegenheit geboten, für ein Jahr am InzTanz zu arbeiten: Sie erarbeiten in diesem Jahr eine auf Tanz bezogene Ausstellung, die am Ende des Jahres gezeigt wird. Die Choreographen bewerben sich mit ihrem Lebenslauf und einem Ausstellungskonzept. Nach der Auswahl werden die konzeptionelle Details gemeinsam besprochen und Zeitrahmen, Umfang und Vorgehen festgelegt.

Der/die ausgewählte KünstlerIn bekommt Tänzer, Proberäume/Atelier und Verwaltungs-/ Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Organisation der Ausstellung, Pressearbeit, Fundraising zur Deckung der Ausstellungskosten) zur Verfügung gestellt. Der/die KünstlerIn arbeitet in der Entwicklungsphase vornehmlich mit den Auszubildenden am InzTanz, was auch ein Modul der professionellen Ausbildung darstellt. Weitere Tänzer und Darsteller werden je nach Bedarf hinzugeholt. Arbeitssprache ist Deutsch oder Englisch.

Die Bewerbung ist jederzeit möglich. Das Programm läuft jedes Jahr von September bis Juli.

Composer-in-residence Programm

In diesem Programm wird internationalen freischaffenden KomponistInnen die Gelegenheit geboten, für ein Jahr am InzTanz zu arbeiten: Sie erarbeiten in diesem Jahr eine auf Tanz bezogene Komposition, die am Ende des Jahres vorgeführt wird. Die KomponistInnen bewerben sich mit ihrem Lebenslauf und einem Kompositionskonzept. Nach der Auswahl werden die konzeptionelle Details gemeinsam besprochen und Zeitrahmen, Umfang und Vorgehen festgelegt.

Der/die ausgewählte KomponistIn bekommt Tänzer, Proberäume und Verwaltungs-/ Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Organisation der Ausstellung, Pressearbeit, Fundraising zur Deckung der Aufführungskosten) zur Verfügung gestellt. Der/die KomponistIn arbeitet in der Entwicklungsphase vornehmlich mit den Auszubildenden am InzTanz, was auch ein Modul der professionellen Ausbildung darstellt. Weitere Musiker und Darsteller werden je nach Bedarf hinzugeholt. Arbeitssprache ist Deutsch oder Englisch.

Die Bewerbung ist jederzeit möglich. Das Programm läuft jedes Jahr von September bis Juli.

Abgeschlossene Residencies

Choreographer-in-residence, 2011-12

Amber Willett, Seattle, USA

Stückbeschreibung

Clepsydra ist eine site-specific performance, ein ortsbezogenes Konzeptstück im Stadtmuseum Tübingen. Diese Performance-Ausstellung macht erfahrbar, wie verschiedene Ströme des menschlichen Lebens, verkörpert in Kunstwerken und Alltagsobjekten, miteinander in Dialog treten: wie sie sich wandeln und weiterentwickeln, von Epoche zu Epoche, von Land zu Land, von Kunstgenre zu Kunstgenre, von Form zu Form. Hier werden Tanz und literarische Szenen ausgestellt als Momentaufnahmen, als kurzzeitige Verfestigungen der Wellenbewegungen des Lebens, wie es ja auch die dinglichen Objekte in einem Museum sind. Der Besucher ist eingeladen, umher zu wandern, wie man es gewöhnlich in einem Museum tut, und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen — oder einem geführten Rundgang zu folgen, der sicher stellt, dass man auch nichts verpasst.

Nach einer Eröffnung im Erdgeschoss gibt es für den Besucher auf den verschiede­nen Ebenen des Stadtmuseums viel zu entdecken: Tänzer bewegen sich durch das Gebäude und zeigen an verschiedenen Orten choreographische Vignetten, ergänzt durch schauspielerische Szenen, die sich in manchen Ecken verbergen und eine ganz andere Perspektive auf dasselbe ermöglichen, und poetische Lesungen — alle einander gegenseitig als Quelle der Inspiration dienend. Sie lassen uns die stationären Objekte, ihre Erzählung über das Leben in Tübingen im Verlaufe der Zeit in einem ganz anderen Licht sehen. Und diese Impressionen kann der Besucher an unterschiedlichen Stationen spontan teilen und so selbst mitwirken an dieser vielperspektivischen, multi-medialen Konversation.

Die tänzerischen Vignetten in Clepsydra sind zum größten Teil entstanden in der Auseinandersetzung der Choreographin mit der poetischen Meditation „The Waves“ von Virginia Woolf. Sie hat sich den konstitutiven Elementen, Motiven, Themen und dem Duktus angenähert, um diese durch Tanz zu modulieren und so an die beweglichen Essenzen künstlerischen Ausdrucks zu gelangen. Diese Essenzen werden in einer choreographischen Antwort aufgenommen und weitergeführt. Dabei geht es nicht um eine Nacherzählung oder Collage, sondern darum, bewegte Bilder zu entwickeln, die genauso detailliert wie mit Sprache innere Zustände beschreiben und sichtbar werden lassen. Wie im call and response werden bei Willett die Gesten und Erlebnisse von Woolfs Figuren, die Bilder und Stimmungen als Formen und Dynamiken zu choreographischen Bewegungsräumen und Vignetten. Willetts choreographische Antwort entfaltete sich im Dialog mit den TänzerInnen. Das tänzerische Handeln ist wie das Schreiben: Bewegen und Bewegt-sein, Entstehenlassen von Bildern, Räumen, Stimmungen in höchster Präzision und Detailschärfe. Es entstehen abstrakte Szenen und Poesie in abstrakter Bewegung, jenseits von Illustration und sprachlicher Lautübersetzung in Bewegung. Hier wird mit dem Wesen des literarischen Werks experimentiert, welches unabhängig von der Kunstform Ausdruck im künstlerischen Handeln findet.

Ausschnitte:

Trailer „Clepsydra — Gezeiten“

mehr Info:

http://www.amberwillett.com/

Artist-in-residence, 2013-14

Hiroyuki Abe, Tokio, Japan

Werdegang

Er studierte 2009-2013 Malerei am Institut für Malerei der Musashino Art University. Zum Abschluss hat er in Zusammenarbeit mit zeitgenössischen TänzerInnen eine live Performance auf der Bühne präsentiert – “out line / “.

Seine Arbeit wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet und ist auch ausserhalb von Japan ausgestellt worden, u.a. in Frankreich, Mexiko und Spanien.

Am InzTanz hat er mit traditionellen japanischen Zeichenutensilien sich der Energie der Tänzern beim Tanzen gewidmet. Sein Vorhaben war es, die Charakteristischen Energien der verschiedenen Tanzarten in ihrer einfachsten Form festzuhalten. Dazu sass er etwa 4 Stunden pro Tag auf dem Boden des Ballettsaals, und zeichnete ununterbrochen. Seine Residency dauerte nur ein halbes Jahr. Die Zeichnungen wurden am 15.2.2014 in Tübingen ausgestellt.

Mehr Information:

www.hiroyukiabe.com