Fotos: Christine Wawra (1), Hannah Bohr (2,3), privat (4).

Choreographieren & Improvisation

Unterrichtskonzept

Choreografieren: drei Ebenen

 

Hier wird unabhängig von Tanzgenre und tänzerischen Leistungsniveau eine grundlegende Kompetenz im choreografischen Bereich entwickelt. Wissen und Methoden von Laban, Adshead, Sofras, Forsythe, Klein und anderen werden vermittelt, und anhand von Übungen praktisch umgesetzt. Unser Fokus liegt auf die klare Lösung von konkreten Problemstellungen. Als kreativen Prozess zu verstehen, Choreografieren ist eine Arbeit auf zwei Ebenen: die der Bewegung und die des gestalterischen Konzepts. Hinzu kommt die dritte Ebene der öffentlichen Performanz.

Choreografieren: tänzerische Bewegung

 

In strukturierten Improvisationen entwickeln wir tänzerische Bewegungen für Solo, Paar, Trio oder Gruppe. Diese werden dann mithilfe von verschiedenen Regeln und Methoden des choreografischen Schaffens bearbeitet. Wir beschäftigen uns dabei mit allen Dimensionen der tänzerischen Bewegung: Raum (Wege, Ebenen, Form, Design, Umfang), Zeit (Rhythmus, Tempo) und Energie (Dynamik, Kraft, Anstrengung, Fluss).

Raum gibt dem Tanz seine Beziehungen und Designs und beinhaltet

  • der Bewegungsumfang, ob ausschweifend oder auf kleinstem Raum,
  • die Bewegungsrichtungen: nach vorne, nach hinten, seitlich, diagonal, etc.,
  • die Wege durch den Raum: gerade, eckig, schlängelnd, etc.,
  • die Ebenen der Bewegung: im Liegen, auf Knien, im Stehen, springend, fliegend in der Luft, oder lehnend (an die Wand oder andere Person),
  • die Formen, die vom Körper oder von Gruppen von Körpern gemacht werden, und
  • die Unterscheidung von persönlichem Raum und räumlichen Beziehungen.

Zeit umfasst das Tempo und die rhythmischen Muster, entweder in Bezug auf Musik oder ohne Musik. Tanz ist eine zeitliche Erfahrung – der Einfluss jedes Moments während einer bestimmten Zeit. Energie ist die Kraft, das Gewicht, die Spannung oder die Anstrengung der Bewegung. Unterschiede im Gebrauch der Energie geben Tanz seine Dynamik und Bewegungsqualität, welche in den verschiedenen Arten und Gattungen stark variieren können.

Choreografieren: gestalterisches Konzept

 

Zum anderen wird ein gestalterisches Konzept entwickelt. Im Choreografieren hat der Tanz nämlich eine Idee, ein Gefühl oder eine Geschichte zum Thema. Sämtliche gestalterische Mittel werden zur Vermittlung des Themas eingesetzt. Auf dieser Ebene des choreografischen Prozesses werden also nicht nur die Bewegungselemente so zusammengestellt, dass dem gewählten Thema Ausdruck verliehen wird. Vielmehr werden weitere Faktoren auch berücksichtigt, um das choreografische Thema maximal zu vermitteln.

Die (jeweils) tanzende Person, mit ihrer individuellen Gaben und Ausdruck, bildet den Kern des Tanzes; sie ist zugleich Botschafter des Konzepts und der künstlerischen Aussage. Die Tanzerfahrung wird durch weiteren gestalterischen Elementen angereichert, um das choreografische Thema zu untermauern: Rahmen und Verlauf der Vorführung, optische und akustische Ausstattung des Raums, oder Ausstattung und Charakteristika der Tanzenden.

Choreografieren: öffentliche Performanz

 

Die im Choreografieren entstandene Komposition wird als kommunikative Ereignis in einer künstlerischen Performanz öffentlich vorgeführt. Kurse in Bereich des Choreografierens bieten fundierte Erfahrungen mit der Situation des Konzipierens, Inszenierens und Vorführens von eigenem Bewegungsmaterial – einen spezifischen, sehr wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Altern und lebenslangen Lernens eines Menschen und Tänzers.

Choreografieren: Kurssytem

 

Im Kurs Choreografieren 1 erarbeiten wir Solos und Paartänze.

Im Kurs Choreografieren 2 erarbeiten wir Trios und Gruppentänze.

Die Ergebnisse können beim jährlichen OpenHouse vorgeführt werden.