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TanzGenre-Glossar

klassisches Ballett

klassisches Ballett

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Ballett vermittelt den Eindruck von Eleganz, Stolz, Würde, Erhabenheit. Die angebliche Mühelosigkeit der aufrechten Tänzer und ihr scheinbarer Sieg über die Schwerkraft ist jedoch das Ergebnis eines sehr umfangreichen Trainingprogramms: Klassisches Ballett zeichnet sich dadurch aus, dass größtmögliche Stabilität des Körpers bei gleichzeitig hoher Beweglichkeit (der Gliedmaßen und im Raum) angestrebt wird. Um dies zu erreichen, wird ein optimales Zusammenspiel des gesamten Körpers erlernt und ein gesundes, kraftvolles Gleichgewicht der Muskulatur erarbeitet. Somit hat Ballett-Training auch für die Körperhaltung im Alltag eine positive Wirkung.

Das Ballett ist eine europäische Kunstform mit Wurzeln im höfischen Tanz des italienischen Quattrocentos und wurde erstmalig im 17. Jahrhundert in Paris als Beruf ausgeübt. Während davor das Ballett den Männern vorbehalten wurde, dürfen Frauen erst seit dem 17. Jh. tanzen. Das Klischee des Balletts — Spitzenschuhe, Helden in Strumpfhosen und sterbende Schwäne — ist ein Relikt der europäischen Romantik, in der das Ballett eine sehr starke, genrespezifische Entwicklung durchlebte.

Das Ballett ist mit dem Ende der Romantik jedoch nicht ausgestorben. Es wird heute auf allen Kontinenten der Welt professionell ausgeübt und seine Technik wie Bühnenform weiterentwickelt. Ballett ist Europas wichtigster Beitrag zum globalen Tanzerbe. Auf der Bühne kann Ballett heute ganz andere Formen annehmen, wie zum Beispiel an den sich verwindenden, asymmetrischen Figuren in William Forsythes Stücken sichtbar wird. Als tanztechnische Grundlage anderer Bühnentanzstile wird es täglich geübt, wie  bei den international renommierten Ensembles von Pina Bausch oder Ohad Naharin. Somit ist Ballett ein unerlässliche Ergänzung zu den modernen oder black Techniken. Als systematisches, ausgewogenes Körpertraining für Männer und Frauen aller Altersgruppen, die Spaß an der Bewegung zur Musik haben und zudem ihre Haltung verbessern wollen, stellt das Ballett außerdem eine wichtige Freizeitbeschäftigung der modernen Welt dar.

 

Modern Dance

Modern Dance

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Modern Dance ist ein Überbegriff für eine in den USA entstandene tanzkünstlerische Bewegung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese war einerseits geprägt von der Suche nach dem ‚Natürlichen‘ und der ‚freien‘ Bewegung, wie bei Isadora Duncan, andererseits äußerte sie sich im zentralen Vorhaben der Entwicklung einer individuellen Signatur in der Choreographie mittels eines eigenen Bewegungsvokabulars und eigener Tanztechnik, wie bei Doris Humphrey, Martha Graham oder Merce Cunningham. 

Modern Dance nach Humphrey und Limón zeichnet sich durch eine intensive Beschäftigung mit zyklischem Bewegungsfluss und weich gezeichneten  Formen aus. Das Spiel mit Schwung, Dynamik und Schwerkraft lässt im Fallen, Zurückfedern, Abebben und wieder Beschleunigen flüchtige Formen entstehen. Der tanzende Körper erscheint weniger durch den Tänzer als durch die Bewegung beherrscht zu sein, die klaren Formen bleiben jedoch als erkennbare Zeichen gut lesbar. Je mehr Entwicklungen dieser Technik durch die asiatische Kampfkunst beinflusst sind, desto mehr steht der Fluss im Vordergrund. Die Zeichen in aktuelleren Techniken des Contemporary Bereichs lösen sich zunehmend auf; die tanzende Person erscheint zunehmend “im Griff” der Bewegungen zu sein. 

In der spannungsvollen, kraftvollen Graham Technik wird vor allem die Atmung zum zentralen Element von Bewegung. Sie vermittelt das Entstehen von Bewegung durch hingebungsvolles Zusammenziehen (contract) und Loslassen (release) des Körpers und durch die kaum zurückfedernde Hingabe an die Schwerkraft.

Aus den Wurzeln des Modern Dance haben sich verschiedene Techniken entwickelt, wie Post-Modern Dance, New Dance, Contact Improvisation, Release Technique. 

Black Dance

Black Dance

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Black Dance ist ein Überbegriff für Tanzrichtungen, die im Kontext der durch die Skaverei bedingte afrikanische Diaspora (z.B. in den USA) entstanden. Darunter werden neben dem Jazz Dance und Steptanz zum Beispiel auch die daraus entstandenen Formen und Stile des Street Dance gefasst, die ihren Ursprung auf den Straßen in den Ghettos New Yorks, Chicagos und Los Angeles der 70er Jahre haben — wie Hip Hop, Funk oder Electric Boogie, Popping und Locking, Clowning und aktuellere Entwicklungen wie Krumping. Ihnen allen gemein ist eine kraft- und lustbetonte, erdverbundene Ästhetik. 

Das kollektive Gedächtnis der Verschleppung und Versklavung, sowie rassistische Verfolgung, Ausgrenzung und Armut nach der Abschaffung der Sklaverei wird im Black Dance verarbei-tet. Die Schwarze Kultur pflegt und kultiviert eine dynamische Wechselbeziehung mit Tod und Leiden; das Sich-Unterwerfen wird dabei auf zwiespältige Weise aufgeführt, überwunden und umgewandelt; das verbindende, stimulierende Konzept der Diaspora erlaubt gleichzeitig das Trauern. 

Charakteristisch für den Black Dance ist die isolierte Bewegung von Körperteilen, z.B. Becken, Schulter, sowie der Wechsel der Entstehungspunkte von Bewegung (Polyzentrik); die oft schnelle, extreme Abwechslung von Zusammenziehen und Loslassen (Contract und Release) des Rumpfes wirkt explosiv. Wichtige afrikanische Einflüsse im Black Dance sind die Improvisation als zentrales Ziel der tänzerischen Handlung, sowie die Formen traditioneller Kriegs-, Jagd-, Fruchtbarkeits- und Paarungstänze; die kraft- und lustbetonte Ästhetik und das Tanzen auf flachem Fuß (sliding, dragging) und in der Hocke. 

Das urbane Straßenphänomen der Hip Hop Kultur und ihr Eingang in die Jugendkultur überall auf der Welt stellt die aktuelle Entwicklung des Black Dances dar.